Didaktik der Biologie
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Typische Unterrichtsmuster im Fach Biologie und ihr Zusammenhang zu Lehrer- und Schülermerkmalen (2006-...)

(in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen)

beteiligte Personen:

LMU: Prof. Dr. Birgit J. Neuhaus

Universität Duisburg-Essen: Prof. Dr. Angela Sandmann, Kirsten Matthes

Schulleistungsstudien, wie TIMSS und PISA geben zwar Hinweise auf Probleme des deutschen Bildungssystems, liefern aber kaum Ursachenanalysen oder Hinweise auf Handlungsalternativen. An diesem Punkt setzen unter anderem Videostudien an, die versuchen Handlungsroutinen aufzuzeigen und Zusammenhänge zwischen Unterrichtsskripts, Lehr-/Lernprozessen und Lernerfolgen analysieren. Während sich die ersten großen internationalen Videostudien (TIMSS Video Study 1995, 1999) auf den Mathematikunterricht beziehen und vor allem nach Erklärungen für die unterschiedlichen Leistungen der Schüler im internationalen Vergleich suchen, existieren bisher wenige Videostudien im Bereich der naturwissenschaftlicher Fächer, v.a. im Bereich der Biologie. Die vorliegende Studie nimmt den Biologieunterricht in den Focus der Beobachtung. Es wird nach Unterrichtsskripten, also nach routinisierten Handlungsmustern gesucht, wie sie die TIMS-Video-Studie für den Mathematikunterricht einzelner Länder beschrieben hat, und die auch für den deutschen Physikunterricht untersucht wurden (Seidel 2003). Zudem wird danach gefragt, wie die Lehrerpersönlichkeit die Unterrichtsgestaltung beeinflusst. Neuhaus (2005) unterscheidet auf der Grundlage ihrer Einstellung zum Biologieunterricht drei verschiedene Biologielehrertypen, den pädagogisch-innovativen Typ, den fachlich-innovativen Typ und den fachlich-konventionellen Typ. Auf Seite der Unterrichtsführung beschreiben Klieme und Rakoczy (2003) im Mathematikunterricht drei verschiedene Grunddimensionen von Unterrichtsqualität, in denen sich Unterricht innerhalb Deutschlands systematisch unterscheidet. Diese Grunddimensionen sind angelehnt an drei schulpädagogische Traditionen: Die herbartianische Tradition betont die klare Planung, den Aufbau in wohl definierten Phasen und die störungsfreie Klassenführung, die reformpädagogische Tradition fördert schwerpunktmäßig das aktive, selbsttätige Lernen der Schüler und die fachdidaktische Tradition setzt den Schwerpunkt auf die inhaltliche Klarheit und Strukturiertheit des Unterrichts. Im Rahmen der vorliegenden Studie wird der Zusammenhang zwischen den von Klieme und Rakoczy (2003) beschriebenen Unterrichtsmustern und entsprechenden Lehrer- und Schülervariablen im Biologieunterricht analysiert.

Das Dissertationsprojekt wird in Kooperation mit der Abteilung Didaktik der Biologie der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.

 


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