Didaktik der Biologie
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Förderung von Professionswissen und Kompetenzen der Unterrichtsdiagnose bei Biologielehrkräften (DFG-Forschergruppe FOR 2385, 04/2017-03/2020)

beteiligte Personen:

LMU: Prof. Dr. Birgit J. Neuhaus, Dr. Christian Förtsch, Julia Schauberger, Prof. Dr. Stefan Ufer, Prof. Dr. Martin R. Fischer

TUM: Prof. Dr. Tina Seidel

Im Alltag von Lehrkräften ist es wichtig, unter hohem zeitlichem Druck bestimmte Situationen in der Klasse zu diagnostizieren und daraus spezifische Handlungen für den weiteren Unterrichtsverlauf herzuleiten. Im Rahmen dieses Prozesses spielen eine Reihe von epistemisch-diagnostischer Aktivitäten, wie Problemidentifikation, Generieren von Evidenzen, Evidenzevaluation und Ziehen von Schlussfolgerungen, eine wichtige Rolle. Hierbei fokussiert dieses Projekt auf die Frage wie konzeptuell-strategisches Professionswissen, welches im Rahmen des Hochschulstudiums erworben wird, durch simulationsbasierte Lernumgebungen in eigenes unterrichtliches Handeln überführt werden kann. Derzeit existieren zwar Modelle zur Beschreibung der Struktur des Professionswissens (z.B. Baumert & Kunter, 2006; Blömeke et al., 2008; Jüttner et al., 2013, Shulman, 1987, Tepner et al., 2012, von Aufschnaiter & Blömeke, 2010), allerdings ist die Frage, wie dieses Wissens in unterrichtliches Handeln überführt werden kann noch weitestgehend ungeklärt. Außerdem ist die Frage, welche Rolle hierzu simulationsbasierte Lernumgebungen und Scaffolding-Bedingungen spielen ebenfalls noch größtenteils ungeklärt. Erste Hinweise aus der Biologie deuten darauf hin, konzeptuell-strategisches fachdidaktisches Wissen wichtig für eine Reflektion von videobasierten Unterrichtssimulationen ist (Schmelzing et al., 2010). Zudem scheint auch die Reihenfolge der Wissensvermittlung für den Aufbau der professionellen Wissensbasis eine wichtige Rolle zu Spielen (Kleickmann, 2014). Die Wirksamkeit von videobasierten Simulationsumgebungen für die Anwendung von fachdidaktischem Wissen konnte bereits in einer Studie aus dem Fremdsprachenunterricht gezeigt werden, allerdings nur, wenn Scaffolding-Maßnahmen in die Lernumgebung integriert wurden (Goeze et al., 2014).
Das Ziel des Projekts ist daher die Förderung von Professionswissen und Diagnosekompetenz von Biologielehrkräften im Rahmen von simulationsbasierten Lernumgebungen. Dazu wird in einer Vorstudie die Validität der simulationsbasierten Lernumgebungen überprüft und darauffolgend werden drei Hauptstudien mit unterschiedlichen Fragestellungen durchgeführt:

Studie 1:

Welchen Einfluss hat das Professionswissen (Fachwissen, fachdidaktisches Wissen, pädagogisches Wissen) auf die Ausführung der epistemisch-diagnostischen Aktivitäten und die Diagnosequalität in unterrichtlichen Situationen?

Studie 2:

Welchen Einfluss haben zwei unterschiedliche instruktionale Ansätze der direkten Wissensvermittlung (integrierte vs. serielle Vermittlung der drei Wissensdimensionen) auf

  1. den Erwerb von Professionswissen
  2. die Ausführung epistemisch-diagnostischer Aktivitäten
  3. die Diagnosequalität

Studie 3:

Welche Bedeutung hat das Scaffolding mittels spezifischer Selbsterklärungsprompts für den Erwerb diagnostischer Kompetenzen von Lehramtsstudierenden unterschiedlicher Vorwissensniveaus?

 


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